Das Projekt „Herausforderung“ an der Tellkampfschule

Was?
Seit dem Schuljahr 2022/23 nehmen alle Schüler*innen des 8. Jahrgangs an dem Projekt „Herausforderung“ teil. Hierfür suchen sich die Jugendlichen in Gruppen eine Aufgabe, die sie interessiert, die ihnen aber nicht leichtfällt. Es geht nicht darum, eine Mutprobe zu bestehen oder sein Hobby während der Schulzeit auszuüben. Vielmehr geht es um Aufgaben, die intensiv geplant werden müssen, komplex in der Durchführung sind und deren Umsetzung im Anschluss reflektiert wird.
Am Ende des Schuljahres, kurz vor den Sommerferien, haben die Tellkämpfer*innen  sieben Tage lang Zeit, ihre Projekte in die Tat umzusetzen. So haben Jugendliche z.B. bei der „Tafel“ mitgearbeitet, für die Freizeitgestaltung in Pflegeeinrichtungen gesorgt, eine Spendenwanderung organisiert, in der Landwirtschaft Erfahrungen gesammelt oder sich sportlichen Herausforderungen gestellt und sind bspw. mit dem Fahrrad ans Meer gefahren.


Wie? 
Mit dem Beginn des zweiten Halbjahres beginnt die Planungsphase. Hierfür werden die Kursstrukturen des Werte-und Normen- bzw. Religionsunterrichts aufgelöst, sodass kursübergreifende Gruppen entstehen können. Weder die Planung noch die Durchführung des Projekts wird mit Noten bewertet. Ein Auswahlkomitee entscheidet aber, ob die Gruppen ihre Herausforderung gut genug geplant haben, um sie auch durchführen zu dürfen. 

Die meisten Jugendlichen übernachten während der Zeit ihrer Herausforderung nicht zu Hause und sind in allen Belangen sehr eigenständig. Unterstützt werden sie dabei von volljährigen Schüler*innen der Tellkampfschule oder auch Studierenden. Die sogenannten Companions werden seitens der Schule auf ihre Begleiterrolle vorbereitet. 


Neben der Herausforderung, die die Organisation der Projekte an sich mitbringt, müssen die Schülerinnen und Schüler auch weitere Rahmenbedingungen einhalten: So sind z.B. in der Regel nur Unternehmungen in Niedersachsen möglich und das Budget der Gruppen ist begrenzt. Pro Schüler*in und Tag steht ein Betrag von 10 € zur Verfügung, d.h. einer Gruppe von 5 Schüler*innen  stehen insgesamt 350 € zur Verfügung, wobei die Companions von diesem Betrag mitverpflegt werden müssen.


Warum? 
Neben den lebenspraktischen Fertigkeiten, wie dem Umgang mit Geld oder Kochen, erwerben die Jugendlichen je nach Herausforderung unterschiedliche Kompetenzen. In jedem Falle erweitern sie ihre Konflikt- und Kommunikationsfähigkeiten, denn sie sind sieben Tage lang 24 Stunden zusammen. Auf die Frage „Was kannst du jetzt besser als vor der Herausforderung?“ antworteten Jugendliche z.B.: „Mit anderen Menschen umgehen, wenn es ihnen nicht gut geht“, „Ausdauer haben“, „Teilen“, „Leute tolerieren“, „Durchhalten, obwohl ich es nicht zu 100 Prozent mag“ oder „Vor anderen sprechen, die ich nicht kenne.“
Besonders schön und eindrücklich ist es mitzuerleben, wenn die Schüler*innen von ihren Herausforderungen zurückkehren und stolz auf das sind, was sie geleistet und miteinander erlebt haben!